Der Kanal in zwei Epochen: Agua Clara und Gatún
Die neue Schleusenspur von 2016 mit Schiffen von 366 Metern, danach der Damm von 1913 und die alten Schleusen mit ihren Treidelloks.
Alle Zeitangaben sind Erfahrungswerte und dienen der Planung. Verbindlich sind ausschließlich die Angaben deiner Reederei an Bord. Prüfe Liegezeit, Verkehr, Wetter und Wartezeiten immer selbst und plane einen Puffer ein.
Die Route im Überblick
Oben eine schematische Übersicht ohne Fremdzugriff. Die richtige Karte lädt Kartenbilder von OpenStreetMap – dabei geht deine IP-Adresse an den Kartendienst. Deine Zustimmung merken wir auf diesem Gerät; widerrufen kannst du sie unter jeder geladenen Karte.
Orte auf dieser Karte als Liste
- Colón 2000 – Start am Liegeplatz
- Agua-Clara-Schleusen – 90 Min. Aufenthalt
- Gatún-Staudamm und der Gatúnsee – 60 Min. Aufenthalt
Tour-Informationen
Die Stopps im Überblick
2 Stationen in der empfohlenen Reihenfolge. Die Uhrzeiten sind ein Beispiel für einen Start um 09:00 Uhr – verschiebe sie entsprechend deiner Ankunft.
Start deiner Tour direkt am Liegeplatz. Vom Terminal sind es rund 18 Minuten zu Fuß ins Zentrum.
©Foto: Mariordo (Mario Roberto Durán Ortiz) · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia CommonsQuelle und Lizenz ansehen
Das Besucherzentrum an der neuen Schleusenspur: Terrasse über der Kammer, Blick auf 366 Meter lange Schiffe und auf den Gatúnsee.
©Foto: ArnoldReinhold · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia CommonsQuelle und Lizenz ansehen
Der Damm, der 1913 den größten Stausee der Welt schuf — und mit ihm der See, der die Mitte des Kanals bildet.
Plane für den Rückweg rund 30 Minuten ein und sei mindestens 75 Minuten vor der Abfahrt an Bord.
Die Tour im Detail
Colón hat ein Thema, und es ist ein großes: den Panamakanal. Diese Route zeigt ihn in zwei Bauepochen, die hundert Jahre auseinanderliegen und fünfzehn Autominuten.
Zuerst Agua Clara. Sechzehn Kilometer südlich liegt das Besucherzentrum der dritten Schleusenspur, die 2016 nach neun Jahren Bauzeit in Betrieb ging. Sie ist für die Neopanamax-Klasse gebaut: Schiffe bis 366 Meter Länge und 49 Meter Breite, wo vorher 294 auf 32 die Grenze war.
Von der Terrasse über der Kammer sieht man den ganzen Vorgang: Das Schiff läuft ein, die Tore schließen, Wasser strömt, das Schiff steigt um neun Meter, die nächsten Tore öffnen. Insgesamt überwindet der Kanal 26 Meter bis zum Gatúnsee. Anders als in den alten Schleusen ziehen hier Schlepper statt Lokomotiven, und seitliche Speicherbecken halten sechzig Prozent des Wassers zurück.
Im Zentrum erklärt eine Ausstellung den Bau: die Franzosen, die 1881 begannen und nach 22.000 Toten durch Malaria und Gelbfieber aufgaben; die Amerikaner, die ab 1904 erst die Mücken bekämpften und dann weitergruben; die Übergabe an Panama am 31. Dezember 1999.
Dann zum Gatún-Damm. Wenige Kilometer weiter liegt das Bauwerk, das 1913 den damals größten künstlichen See der Welt schuf: 2,4 Kilometer lang, an der Basis 800 Meter breit. Das war der entscheidende Einfall — statt den Kontinent auf Meeresniveau zu durchgraben, staute man den Chagres auf und ließ die Schiffe hinaufsteigen. Der Gatúnsee ersetzt den größten Teil der Grabung, und die Inseln darin waren Berggipfel.
Daneben liegen die alten Gatún-Schleusen von 1914, noch in Betrieb, mit den berühmten Treidellokomotiven — den „mulas" —, die die Schiffe durch die Kammern ziehen. Wer beides gesehen hat, kennt den Kanal in zwei Zeitaltern.
Zeitrechnung: rund vier Stunden. Bei Liegezeit ab 05:30 Uhr bleibt reichlich Spielraum — genug, um danach noch Fort San Lorenzo oder Portobelo anzuhängen.
Praktisch: Eintritt Agua Clara rund 25 US-Dollar, Karte möglich. Die Durchfahrten folgen keinem Takt, eine Anzeige nennt die erwarteten Schiffe; vormittags ist mehr Betrieb. Terrasse ohne Schatten — Hut, Wasser. Und: Das Terminalgelände nicht zu Fuß verlassen, sondern Shuttle oder Taxi nehmen.
Quellen und Aktualität
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