Mit der Straßenbahn nach Ybor City
Kostenlos in ein Zigarrenviertel von 1885 mit kubanischen Wurzeln — und zurück über den Riverwalk …
Tour ansehenEine Fabrikstadt von 1885 mit kubanischen, spanischen und italienischen Wurzeln — Backsteinfabriken, Clubhäuser und frei laufende Hühner unter Schutz.
Ybor City ist das interessanteste Viertel Tampas und eines der ungewöhnlichsten Floridas.
1885 kaufte der spanische Zigarrenfabrikant Vicente Martínez-Ybor hier Sumpfland nordöstlich von Tampa und baute eine Fabrikstadt. Er holte Arbeiter aus Kuba, Spanien und Italien, errichtete Häuser für sie und verkaufte sie ihnen günstig, um sie zu halten.
Es funktionierte: Zur Blütezeit arbeiteten über 12.000 Menschen in rund 200 Fabriken, und Tampa rollte über 500 Millionen Zigarren im Jahr — die Stadt hieß Cigar City.
Die Arbeit war handwerklich und monoton, und daraus entstand eine Einrichtung, die es sonst kaum gab: der Lector. Er saß auf einem Podest mitten im Saal und las vor — morgens Zeitungen, nachmittags Romane, von Cervantes bis Zola. Bezahlt wurde er von den Arbeitern selbst, aus eigener Tasche. Ybor Citys Zigarrendreher galten als ungewöhnlich gebildet und politisch organisiert; die Fabrikbesitzer schafften die Lectores 1931 ab, weil sie sie für Unruhestifter hielten.
Von hier aus betrieb José Martí die kubanische Unabhängigkeitsbewegung. Er sprach mehrfach in Ybor City, und die Arbeiter finanzierten ihn mit einem Teil ihres Lohns.
Was heute steht: Backsteinfabriken, teils zu Lofts umgebaut; die Clubhäuser der Einwanderergruppen — Centro Español, Círculo Cubano, L'Unione Italiana —, die als Krankenkassen, Bildungsvereine und Festsäle dienten; schmiedeeiserne Balkone; und die 7th Avenue als Hauptstraße mit Lokalen, Zigarrenläden und Bars.
Das Ybor City Museum in einer alten Bäckerei erzählt die Geschichte, mit einem begehbaren Arbeiterhaus daneben.
Und: Durch die Straßen laufen Hühner. Sie sind Nachfahren der Tiere, die die Familien hielten, und stehen seit 2013 unter kommunalem Schutz — Füttern, Fangen oder Stören ist verboten, und die Stadt hat einen offiziellen Hühnerbeauftragten.
Zum Essen: das Columbia Restaurant von 1905, Floridas ältestes Restaurant, mit spanischen Fliesen, Innenhöfen und einer Flamenco-Vorführung am Abend.
Zur Planung: drei Kilometer vom Terminal, 15 Minuten mit der kostenlosen Straßenbahn. Zweieinhalb Stunden.
Praktisch: Die Straßenbahn fährt alle 15 bis 20 Minuten. Tagsüber ist es ruhig, abends wird die 7th Avenue zur Ausgehmeile. Zigarren werden vor Ort gerollt — die Einfuhr nach Deutschland ist mengenbeschränkt.
Vom Liegeplatz Channelside Cruise Terminal bis Ybor City, das Zigarrenviertel.
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Plane genügend Zeit für den Rückweg ein. Alle Zeitangaben sind Erfahrungswerte und dienen der Planung. Verbindlich sind ausschließlich die Angaben deiner Reederei an Bord. Prüfe Liegezeit, Verkehr, Wetter und Wartezeiten immer selbst und plane einen Puffer ein.
Ybor City, das Zigarrenviertel ist Teil folgender Landgänge.
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